Rebecca Gablé: „Die Siedler von Catan“ – Ein Spiel wird lebendig

Eines der beliebtesten Spiele überhaupt ist wohl „Die Siedler von Catan“. Klar, dass auch hier, wie bei allem, was von Erfolg gekrönt ist, das Marketing rund herum übertrieben wurde. Und so war ich auch bei einem Buch zum Spiel zunächst extrem skeptisch und wollte es erst gar nicht lesen, doch ich wurde schlagartig eines Besseren belehrt.

Das Buch ist das Ergebnis eines gelungenen Experiments, denn der Erfinder des Spiels, Klaus Teuber, hatte schon seit langem von einer Geschichte geträumt, die dem Spiel mehr Lebendigkeit verleiht. Und dann fand er die Autorin historischer Romane, Rebecca Gablé. Sie hatte bei dieser neuen Herausforderung sichtlich Freude und hat dem Spiel weitere Dimensionen hinzugefügt, ohne einfach nur des Kommerzes wegen ein paar schlechte Schinken rauszuhauen (Man denke da nur an die entsetzlichen Star Wars Bücher, um nur eines der leider zahlreichen Beispiele zu nennen).

Die kleine Siedlung Elasund wird vom Volk der Turonländer heimgesucht, das das Volk immer brutaler unterdrückt. Die Familien werden ausgeraubt, Teile des Dorfes niedergebrannt und die Frauen vergewaltigt. Mitten in dem ganzen Trubel wird das Schicksal der beiden Freunde Candamir und Osmund erzählt. Candamirs Familie ist durch die Überfälle fast am Verhungern und Osmunds Frau wurde beim letzten Einfallen der Turonländer getötet. Doch Osmunds Onkel erzählt immer wieder von einer fruchtbaren Insel und schon bald beschließen sie zu dieser aufzubrechen.

Im Frühjahr macht sich also eine Gruppe von Siedlern auf den Weg und erreicht nach einer langen Zeit auf See voller Gefahren, Entbehrungen und Verluste das „gelobte Land“. So beginnen sie ein neues Leben auf Catan

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Rebecca Gablé hat es in „Die Siedler von Catan“ geschafft altbewährte und bekannte Mechanismen des Spiels geschickt in die Geschichte einzubinden, wie zum Beispiel die Wüste, den Räuber und den Kampf um die Rohstoffe, ohne es aber Hölzern oder an den Haaren herbeigezogen wirken zu lassen. Hinzu kommen dann noch die Beschreibungen vieler Einzelschicksale der Siedler, die sich immer zwischen historischen Fakten, wie Heidentum, Christianisierung oder die Probleme in den Kolonien, und einer guten Menge an Fiktion bewegen.

Alles in allem ein schönes und gelungenes Buch, das einem, wenn man mal von dem einen oder anderen Klischee absieht, dem Spieler einen neuen Zugang zum nächsten Spieleabend bietet.

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