Von wegen Altersruhestand: Rund 1,45 Millionen Rentner arbeiten weiter

Rentner

Mehr Rentenbezieher als jemals zuvor stocken ihre Rentenbezüge mit einem Job auf. Die Gründe dafür sind niedrige Renten und drohende Altersarmut. Aber auch Angst vor Vereinsamung spielt für das Arbeiten im Ruhestand eine Rolle.

Zahl der arbeitenden Rentner hat sich mehr als verdoppelt

Wie stark die Zahl der Rentner mit Job alleine in den letzten Jahren zugenommen hat, zeigen Zahlen des Bundesarbeitsministeriums. Zur Jahrtausendwende waren es noch etwa 530.000 Rentner, die einer Arbeit nachgingen. 2018 arbeiteten bereits ungefähr 1,45 Millionen im Altersruhestand weiter. Das ist ein Plus von rund 174 Prozent in weniger als 20 Jahren.

Diese Entwicklung zeigt, wie wichtig eine private Altersvorsorge für Rentner von morgen und übermorgen sein kann. Obwohl Banken wie die Commerzbank, Finanzdienstleister wie tecis oder die Sparkassen bereits vermehrt auf die Notwendigkeit einer privaten Vorsorge aufmerksam machen, sorgt dennoch bisher weniger als die Hälfte der Deutschen privat für das Alter vor. Doch das kann dazu führen, dass Arbeitnehmer im Alter auf einen Job angewiesen sind.

Ohne private Vorsorge brauchen viele Rentner einen Job

Für einen großen Teil der Ruheständler reicht die Rente nicht aus: Wie aus Zahlen der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV) hervorgeht, erhielten Rentner im Jahr 2018 eine Regelaltersrente von durchschnittlich knapp 640 Euro. Wer 45 Jahre lang in die Deutsche Rentenversicherung eingezahlt hatte, bekam in dem Jahr durchschnittlich 1.311 Euro monatlich ausgezahlt. Jeder zweite Ruheständler musste aber mit weniger als 900 Euro im Monat auskommen.

Besonders Frauen erhalten oft nur eine niedrige Rente und müssen deshalb nach dem Renteneintritt weiterarbeiten. Wie eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt, beantworteten 42 Prozent der befragten Frauen die Aussage „Ich brauche das Geld“ mit „trifft völlig zu“, 28 Prozent mit „trifft eher zu“. Zusammen sind das 70 Prozent, die als Rentnerinnen auf den Zusatzjob angewiesen sind.

Soziale Motive sind für arbeitende Rentner ebenfalls wichtig

Die IAB-Studie kommt noch zu einem weiteren Schluss: Der Job im Alter ist für viele Rentner auch eine Möglichkeit sozial aktiv zu sein. Laut der Studie arbeiten 92 Prozent aller Rentner auch, weil sie gern unter Menschen sind. Aus dieser Gruppe geben ebenfalls 92 Prozent an, dass ihnen die Arbeit Freude bereitet.

Die meisten Rentner sind geringfügig beschäftigt

Laut den Zahlen des Bundesarbeitsministeriums ist der überwiegende Teil der arbeitenden Rentner auf 450-Euro-Basis tätig, das trifft etwa auf die Hälfte aller Befragten zu. Weitere 25 Prozent gehen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach, und das übrige Viertel ist selbstständig tätig.

Bildnachweis: Pixabay, 4551026, pasja1000

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