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Die Säulen der Erde von Ken Follett

Ken Follet gilt als unbestrittener, begnadeter Schriftsteller. Er kam, schrieb und siegte. „Die Säulen der Erde“ ist dabei sein bisher größter Erfolg – zu Recht.

„Die Säulen der Erde“ war schon in aller Munde zerkaut und wird doch immer wiedergekäut, kein Wunder, ist das Lesen dieses Weltbestsellers ein echtes Abenteuer.
Ken entführt uns ins Mittelalter, in das düstere England des 12. Jahrhunderts. Es herrschen raue Sitten, ein harsches Miteinander und grausame Wahrheiten. In dem Gewimmel aus Unbarmherzigkeit und Gewalt erstreckt sich jedoch ein Faden wundersamer Gnade, Güte und unendlicher Liebe:

Francis träumt von einer Kathedrale, die den feuerspuckenden Zeiten ein Gegenzeichen setzt, die allem standhält, was sich ihr auch nur im entferntesten nähert. Er träumt von einem Ort des Friedens, ein ehrliches, echtes Gottes Haus, in dem Menschen mit dem Herz in der Hand ein Zuhause und Zuflucht finden. Er träumt eben von den „Säulen der Erde“.

Klingt erst einmal irgendwie abgedroschen. Aber Achtung, liebe Leser, Ken Follet versteht sein Handwerk wie ein messerscharfes Werkzeug einzusetzen! Das Abenteuer ist spannend insziniert, toll und verständlich geschrieben und voller intellektuellem Reichtum neben actiongeladener Spannung und mittelalterlich typische Düsternis.

Das Buch ist deshalb so unglaublich faszinierend, weil nicht nur der Roman spannend, sondern auch unwahrscheinlich informativ ist. So informativ, dass sein Meisterwerk als der Klassiker für historische Romane bezeichnet wird. Und tatsächlich: Wie ganz von selbst bekommt der Leser einen Hauch der dunklen Realität des Mittelalters eingeflößt, ein Hauch, der ihn berührt wie ein fröstelnder Wind, der seinen Ursprung vollkommen verweht hat.

Dabei ist Ken Follet ein einfach gestrickter Mann, nicht dem Wahnsinn verfallen oder verrückt. Er muss nicht saufen, um schreiben zu können und hat auch keine schiefen Künstlermarotten. Sogar auf die Frage, wie er Schreibblockaden behandle, reagiert er schulterzuckend: Bei einer Schreibblockade gucke er auf seine Kontoauszüge. Der Mann mit den eckigen Gesichtszügen, den kleinen, aber pfeilspitzscharfen Augen und den Falten eines Mannes, der mitten im Leben steht, schafft es, zu überraschen. Wie er das macht, keine Ahnung. Ken Follett ist eben selbst ein Roman.

Übrigens gibt es auch eine Serie von den Säulen der Erde. Einen englischen Trailer dazu findet ihr hier. Mich hat der zwar nicht so sehr überzeugt, aber der erste Eindruck mag ja – vielleicht 😉 – auch täuschen.

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