Home Geisteswissenschaften Literatur Dieter Bohlen führt uns auf den „Bohlenweg“ und planiert mal lieber die Welt als sie zu sanieren

Dieter Bohlen führt uns auf den „Bohlenweg“ und planiert mal lieber die Welt als sie zu sanieren

Leistung, Leistung, Leistung. Na, heute auch schon was geleistet? Oder leistet ihr am heutigen Feiertag etwas nichts?! Wolltet ihr nicht auch schon immer mal die personifizierte leistende Leistung in einer Welt voller leistender Leistung mit einem extra Spritzer Leistung sein? Oder habt ihr die Leistung etwa vergessen?!

Schon traurig, wenn die Welt nur daraus besteht… Aber so scheint Dieter Bohlen die Menschen zu sehen: Als Arbeitstiere, die sich ständig im Erfolgsdruck und im Leistungskampf messen müssen. Sei immer stärker, schlauer und vor allem besser als der Rest der scheiß Mitmenschen, die dich nur an deinem Erfolg hindern.

Ja, ihr könnt es an meiner Wut merken, die leistende Leberwurst des Musikfernsehens hat mal wieder mit einem neuen Erguss zugeschlagen: „Der Bohlenweg – Planieren statt sanieren„. Hier will uns der Mann mit der Fistel-Singstimme und den dämlichsten Sprüchen der Menschheitsgeschichte also nun erklären wie man Erfolg hat. Mal wieder… Schön und gut, er ist erfolgreich. Das muss man ihm lassen. Aber eben durch was?! Gut, er kann Musik schreiben, die immer so gleich klingt, dass sie jeder erkennt und dann auch gut findet, weil der Song davor war ja auch schon gut etc. Dann kann er noch kleine Stars ausnützen und sie dann wieder wegschmeißen, wenn sie einfach eigene künstlerische Gedanken entwickeln. Und natürlich kann er die Leute beleidigen.

Und ja, er ist authentisch. Nur nicht jeder, der authentisch ist, ist gleich gut. Und wenn man unter Ehrlichkeit gleich auch Schonungs- und Rücksichtslosigkeit versteht, ist unserer Welt auch nicht mehr zu helfen. Ich finde es ja auch gut, dass man jemandem, der nicht singen kann sagt, dass er es lieber lassen soll. Nur muss man ihn dafür gleich zur Sau machen?

Nun gut, im „Bohlenweg“ lernen wuir eigentlich auf über 200 Seiten, dass man immer der Beste sein muss, dass man viel Arbeiten muss und dass alle, die das nicht wollen Idioten sind. Schöne neue Welt! Merken wir nicht langsam, dass Arbeit zwar wichtig in unserem Leben ist, aber eben auch nicht alles? Ich sage nur Finanz- und Wirtschaftskrise…

Ich liebe meinen Job auch, ich liebe es zu schreiben, aber muss ich dabei ständig alle übertrumpfen? Muss ich ständig das Zentrum der Welt sein und dabei noch alle in die Pfanne hauen? Ja, alle Stars arbeiten viel, aber sieht man nicht auch wohin das häufig führt? Sie saufen sich zu Tode, haben keine konstanten Beziehungen zu anderen Menschen, sind in einer verachtenden Maschinerie gefangen und haben meist irgendwann genau deswegen Depressionen.

Und das soll erstrebenswert sein? Der Herr Bohlen sagt auch noch, dass man für den Erfolg mit sich im Reinen sein soll, aber kann man das wirklich jemals sein, wenn man sich nur auf die Arbeit und die Leistung konzentriert und nie mal still auf sich selbst. Gut, das geht vielleicht, wenn man so kalt ist wieder Dieter… Wenn man die Welt nur platt macht, anstatt sie zu erneuern… („Planieren statt sanieren“)

Also Leute, lasst euch nicht von irgendwelchen Möchtegern-Gurus mit Riesen-Ego, die euch nicht helfen wollen, sondern nur eure Kohle, damit sie noch erfolgreicher werden, die Welt und vor allem eure Welt erklären, sondern findet euren eigenen Weg!

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4 Kommentare

  1. […] einziges Mitglied wird Dieter Bohlen der Jury erhaltenbleiben. Anja Lukaseder, die immerhin zwei Staffeln bleiben durfte und Andreas […]

  2. […] treiben mit ihren Kandidaten immer größere Psychospielchen und verbreiten schon bei Teenagern ein Leistungsprinzip, das gruslig ist. Und bei “Big Brother” wird man schon mal schön auf die Überwachung […]

  3. […] doch lieber Dieter Bohlen for President? Wir müssen schließlich so werden wie unsere Amerikanischen […]

  4. saibot

    5. November 2008 at 15:27

    geschrieben ist das Ganze auch wie ein Comic-Strip mit „Klirr, Bumb, Pafff,…“. Das kann man ja nicht wirklich als ernst gemeint betrachten. Aber vieleicht ist es das ja tatsächlich…
    Der Inhalt folgt in diesem Fall jedenfalls der Form: trivial!

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