Home Geisteswissenschaften Literatur „Illuminati“ von Dan Brown – Galileo Mystery wird seine Freude dran haben

„Illuminati“ von Dan Brown – Galileo Mystery wird seine Freude dran haben

Jaja, mal wieder dürfen wir mit einem Dan Brown Hype rechnen. Nach „Sakrileg – The Da Vinci Code“ kommt nun die zweite Verfilmung eines Dan Brown Schinkens in die Kinos. Diesmal gehts an „Illuminati – Angels and Demons“, das eigentlich noch vor Sakrileg auf den Markt gekommen ist.

Wie kommt es zu solch einem Megahype wie bei Dan Brown? Im Prinzip ist es ein einfaches Rezept: Man nehme einen Superhelden, der vom Job her eigentlich gar keiner ist (das Prinzip der Action-Archäologie lässt grüßen 😉 ), mixe ihn zusammen mit gefährlichem Halbwissen, banalen Verschwörungstheorien, ein wenig Kirchenkritik, einer schönen und mutigen Frau, einer Bombe und einem irren Killer und heraus kommt der Stoff aus dem Bestseller sind. Im Grunde ja alles ganz spannend, geht man von vorne an diesen Roman heran, mit dem Wissen, dass es sich um bloße und vor allem schamlos zusammengewürfelte Fiktion handelt.

Was das Ganze dann aber gefährlich macht, ist die Tatsache, dass sowohl Buch als auch Autor sich enorm wichtig und ernst nehmen, dass der nicht so kundige Leser den Eindruck bekommen könnte, all die abstrusen Behauptungen dieses modernen „Märchens“ seien wahr. Und so wird das dann ja auch immer vermittelt: tausend Dokus über Browns Theorien, allen voran natürlich „Galileo Mystery„, die Meister des unnützen und kruden Halbwissens…

Okay, nun stehen wir also vor einer neuen Welle: In „Illuminati“ muss sich der Symbologe Robert Langdon einem alten Geheimbund, einer Bombe und einer jahrhundertealten Verschwörung stellen.

Einem Wissenschaftler ist es zusammen mit seiner Tochter gelungen künstliche Antimaterie herzustellen. Kurz darauf wird der Vater grausam ermordet, mit einem Brandzeichen mit den Lettern „Illuminati“ versehen und die Antimaterie gestohlen.

Parallel dazu stirbt in Rom der Papst. Die Kardinäle kommen zusammen um einen Nachfolger zu wählen. Doch vier der Würdenträger werden entführt und sollen nacheinander in vier Kirchen mit Hilfe der vier Elemente hingerichtet werden.

Robert Langdon versucht nun zusammen mit der Tochter des Wissenschaftlers und mit Hilfe der Schweizer Garde die Kardinäle zu retten und eine Bombe aus der besagten Antimaterie zu finden, die den gesamten Vatikan dem Erdboden gleich machen könnte…

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Jaja, mal wieder sind die Geheimbünde Schuld: nur blöd, dass Dan Brown allein hier schon so schlecht recherchiert hat, dass es jeden nur ein wenig Geschichtskundigen die Zehennägel hochstellt. (Der Bund der Illuminaten wurde erst über 100 Jahre nach dem Tod Galileo Galileis in Bayern gegründet, Galileo hat nicht die elliptische Planetenbahnen beschrieben, sondern Kepler, das Zeichen der Pyramide mit dem Auge ist ein altchristliches Symbol und nicht eine Erfindung irgendwelcher Geheimbünde etc. pp.) Von den technischen Details ganz zu schweigen: da fällt mal einer aus tausend Meter Höhe ohne Fallschirm und landet auf wundersame Weise unverletzt am Boden oder die mysteriöse Batterie der Bombe, die nach exakt 24 Stunden ihren Geist aufgibt…

Und natürlich sind wir Europäer, in diesem Fall allen voran die hochausgebildete Schweizer Garde, zu blöd um unsere Haut zu retten. Da muss erste der Superheld aus den USA kommen und uns retten. Doch irgendwie kommt er nicht aus Disneyland heraus… 😉

Eines muss man Brown schon lassen, die Leute nehmen ihm seine Fantastereien ab. Und warum, weil er sein Halbwissen um Geschichten, Namen und Kulturgüter rankt, die jeder schon mal irgendwie gesehen oder gehört hat. Geschickter PR-Schachzug!

Alles in allem ist „Illuminati“ ein wirklich spannendes Buch und man rutscht nur so durch, nur bitte, bitte betrachtet es als Fiktion und nicht als Wirklichkeit!

Ach ja, im Herbst erscheint übrigens der neue Dan Brown mit dem Titel „Das verlorene Symbol“…

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One Comment

  1. gentle.rocker

    11. Mai 2009 at 12:24

    Ich hab mich damals schon geärgert, als ich mir den „Da Vinci Code“ angesehen habe – reine Zeitverschwendung. Dass man Fiktion nicht mit Realität verwechseln soll leuchtet ein. Nur stellt sich mir schon länger die Frage, woran soll man sich generell orientieren soll, wenn selbst die „klassischen Medien“ wie sogenannte etablierte Zeitungen häufig nur oberflächlich recherchieren? Da hilft nur kritisches Gegenprüfen und möglichst viele verschiedene Quellen zu einem Thema konsultieren, um der Wahrheit wenigstens etwas auf die Spur zu kommen. Oder aber auch ganz einfach „Quellen“ weglassen und obiges Buch NICHT lesen

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