Home Allgemeinwissen Mit Bantam zum eigenen Mais und mehr Herkunftssicherheit

Mit Bantam zum eigenen Mais und mehr Herkunftssicherheit

In Zeiten, in denen besonders gentechnisch veränderter Mais verbreitet angebaut wird, Risiken noch nicht einzuschätzen sind und die Gemüsesorte Mais unter dieser Diskussion leidet, ist es doch gut zu wissen, woher der Mais auf dem Teller stammt. Eigener Anbau hat aber noch ganz andere Vorteile…

BANTAM hat es sich zum Ziel gemacht, den Anbau von samenfestem Mais in Deutschland auszuweiten. Samenfest sind Sorten aus deren Saatgut Pflanzen wachsen, die im Wesentlichen dieselben Eigenschaften haben, wie die Elternpflanzen. Sie können natürlich vermehrt und erhalten werden. Die Macher hinter BANTAM sprechen sich deutlich gegen Genmanipulation aus, da sie sich nicht mit deren wichtigsten Zielen, nämlich der Wirtschaftlichkeit durch Pestizidresistenz und Insektengiftigkeit, identifizieren können. Da sie zudem in der Monopolisierung des Saatgutes weltweit und in der Bedrohung der Artenvielfalt große Gefahren sehen, haben sie die Initiative BANTAM ins Leben gerufen.

Hierbei haben sie sich einen kleinen Kniff im Gesetz zunutze gemacht: Wer gentechnikfreie Maissorten wie den „Golden Bantam“ anbaut, muss nämlich über den Anbau von Gentechnikmais in seiner Nachbarschaft genau informiert werden. Ebenso muss die Ernte vor gentechnisch verändertem Pollen geschützt werden, besonders dann, wenn aus der Ernte neues Saatgut gewonnen und vermehrt werden soll.

Zu den Trägern und Unterstützern von BANTAM gehören unter anderem die Firmen Demeter, der BUND, Schrot& Korn, Bioland, der NABU und Greenpeace.

Auf der Internetseite von Bantam kann man allerhand Informationen erhalten, so zum Beispiel ein Forum zum Austausch, eine Liste von Händlern, bei denen man Saatgut erhalten kann oder auch eine Anleitung in zwölf Schritten:

12 Schritte zum Erfolg – mit Bantam durch das Jahr

  1. Saatgut bei einer der Bezugsquellen kaufen oder per Postkarte bestellen.
  2. Gleich (spätestens jedoch bis 8. Mai) mit Postkarte an „Save our Seeds“ den eigenen Anbaustandort melden und in die „Goldene Bantam-Karte“ eintragen lassen.
  3. Weitere Mitmachkarten und Plakate bestellen und verteilen.
  4. Mit einer Spende zur Finanzierung der Aktion beitragen.
  5. Falls Gentechnik-Mais in der Nachbarschaft angebaut werden soll, genaue Informationen verlangen und den Anbauer darauf hinweisen, dass er in seiner Nachbarschaft gentechnikfreien Bantam-Anbau gefährdet. Formulare und Unterstützung bei „Save our Seeds“.
  6. Eventuell Mitte/ Ende April Mais betreits an frostfreiem, sonnigem Ort (unter Glas) vorziehen.
  7. Anfang bis Mitte Mai (nach dem letzten Frost) Mais an sonnigem, nährstoffreichem Ort in einem Block und Abständen von 45 cm aussähen oder einsetzen und immer etwas feucht halten.
  8. Bantam mit einem Plakat erkennbar machen. Gemeinsame Pflanz-Aktionen organisieren, nicht nur im eigenen Garten. Bantam Plakat gegen Spende bei „Save Our Seeds“ bestellen.
  9. Am 12. Mai in Bonn bei „Planet Diverstity“ mit Freundinnen und Freunden aus der ganzen Welt die Vielfalt feiern, demonstireren und gespannt auf das Ergebnis der Bantam-Aktions-Verlosung warten.
  10. Im September den Süßmais in der Milchreife ernten (Körner sind noch hell, weich und innen milchig) und frisch genießen. Zur Konservierung notfalls kurz kochen und dann einfrieren, sonst verliert er seine Süße. Die frühesten und schönsten Kolben als Saatgut vom Munde absparen und abreifen lassen.
  11. Im Oktober, wenn die Hüllblätter braun werden, die Saatgut-Kolben ernten, die Blätter zurückziehen und an einem warmen, luftigen Ort zum Trocknen aufhängen. Körner nach und nach abribbeln und weiter trocken. Sie werden dunkelgelb, glasig und schrumpelig-kantig.
  12. Im Frühjahr 2009: Eigenes Saatgut verteilen und aussäen. Die Anbaustandorte bei „Save our Seeds“ melden.

Wer also Bantam-Mais selbst anbaut und bei der Initiative mitmacht, erhält nicht nur grundlegende Informationen über Gen-Mais in seiner näheren Umgebung, sondern tut auch noch etwas für die Ausbreitung samenfester Maissorten.
Tolle Sache! 🙂

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