Home Geisteswissenschaften Literatur Ruth Newman: „Manisch“ – Netter Erstling, aber ausbaufähig

Ruth Newman: „Manisch“ – Netter Erstling, aber ausbaufähig

Zunächst einmal muss ich mich mal wieder über die schlechte Verlagsarbeit beschweren, denn der Titel „Manisch“ der Autorin Ruth Newman ist dermaßen schlecht ins Deutsche übertragen. Geht es nur mir so oder geben sich die Verlage immer weniger Mühe? Hauptsache schnell und kommerziell… Der Originaltitel „Twisted Wing“ passt zum Buch wie die Faust aufs Auge, wohingegen der deutsche Titel fast nichts mit der Story gemein hat.

Soviel zu meinem anfänglichen Ärger… 😉 „Manisch“ (ggrrr) ist der erste Roman der englischen Autorin Ruth Newman, was man dem Buch leider auch deutlich anmerkt. Jedoch sehe ich bei dieser Autorin durchaus Luft nach oben, viel Luft.

Das Buch, dessen Titel ich hier jetzt nicht wiederhole 😉 ,  lässt sich gut in einem Rutsch durchlesen, ist spannend und bringt einen eine Zeit lang auf anderen Gedanken. Man merkt nur immer wieder, dass die Autorin mehr könnte und ärgert sich über diverse Klischees.

Eine brutale Mordserie erschüttert Cambridge. Drei Studentinnen wurden grausamst abgeschlachtet. Bei der letzten Leiche findet der Detective Weathers ein extrem verstörtes und blutüberströmtes Paar, Olivia Corscadden und ihren Freund Nick. Olivia kann sich an nichts mehr erinnern, muss den Täter aber gesehen haben. Oder sind sie und Nick etwa die Täter?

Weathers ruft einen befreundeten Psychologen, Matthew Denison, zu Hilfe. Er soll in langen Sitzungen Olivias Gedächtnis wieder auf die Sprünge helfen. Doch verdrängt das Mädchen das Geschehene mit aller Kraft. Was Denison dann nach und nach aus ihr herauskitzelt macht die ganze Sache noch erschreckender, verworrener und bringt den Psychologen an seine Grenzen und sogar noch weiter… Ein fruchtbarer Verdacht macht sich breit…

Ruth Newmans Schreibstil wirkt für mich persönlich extrem angestrengt, doch ihr Erzählstil ist klasse. Sie schafft eine starke Dynamik in die Geschichte zu bringen und traut sich auch mit den Formen des Erzählens zu experimentieren. So sind in die normale Handlung ständig und vor allem plötzlich Sprünge in die Vergangenheit eingebaut. Wie Flashbacks überkommt es also auch den Leser. Die Spannung der Geschichte wird auch durch diverse geschickt gestreute Fährten gehalten.

Nur leider ist die Geschichte selbst zuerst ziemlich klischeehaft und wird dann immer verworrener und unglaubwürdiger. Fast schon lächerlich kommen die kleinen Ausflüge ins Übersinnliche daher. Dies stört einen dann irgendwann so, dass man entweder amüsiert oder genervt ist.

Wenn Ruth Newman es schafft diese Punkte in ihrem nächsten Buch auszumerzen, dann kann dabei etwas ganz Großes herauskommen. Wir dürfen also gespannt sein.

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