Typisch Ruhrpott? – Hömma auf damit!

Typisch Ruhrpott? - Hömma auf damit!

Pottis oder Pottbirnen, so nennen andere uns. Wer jedoch jetzt „Irgendwas mit Potsdam“ auf dem Schirm hat, der liegt gar nicht so weit weg von Berlin. – Häää? Was ist das denn für eine Überleitung? – Na weil wir nicht nur beide hohe Arbeitslosenquoten haben, sondern auch in Sachen Kultur der Bundeshauptstadt nicht nachstehen. Wir sind nämlich Kulturhauptstadt 2010, naja, eigentlich nur Essen, trotzdem kann man während der Ruhr 2010 mal entdecken was außerhalb von „uff Schalke“ alles geht.

Typisch Ruhrgebiet: Nachäm Fußball noch nache Pommesbude, lecka Manta Platte

Der Ruhrpott, der größte industriell geprägte Ballungsraum Deutschlands, verdankt seinen Namen dem Fluss Ruhr. Eigentlich setzt sich der Begriff „Ruhrpott“ aus zwei Wörtern zusammen: Ruhrgebiet und Kohlenpott. Der „Pott“ steht übrigens nicht wie im amerikanischen Raum für den „Melting pot„, obwohl die kulturelle Verschmelzung vieler verschiedener Nationen im Ruhrgebiet gerade in den 50er und 60er Jahren, als Gastarbeiter aus Italien und der Türkei angeworben wurden, eine extrem große Rolle spielt, sondern für „dä Pütt“ – die Kohlengrube des Bergwerks.

Ja, der Pott oder das Revier, ist eine Ansammlung von Industrie-Städten und Bergarbeitersiedlungen. Hier leben kleine und einfache Menschen, die jedoch das Herz am richtigen Fleck haben. Oppa und Vatta haben noch auf Zollern oder Erin malocht. Wir sagen „nachen Aldi“ oder „kehr, hattata gerechnet“, gehen lieber auf Schalke oder feuern „unsere Borussen“ an, trinken gerne mal ein Bierchen am Büdchen (=Trinkhalle = Kiosk) und wenns feierlich wird, bestellen wir noch ne Manta Platte (Pommes mit Mayo und Currywurst) dazu.
Bekannt gemacht hat diese Klischees vom Pott-Asi u.a. der Comedy-Star Atze Schröder, der zwar aus NRW kommt, aber kein gebürtiger Ruhrie ist. Schröder wurde in Münster geboren.

Nordrhein-Westfalen ist nämlich nicht gleichbedeutend mit dem Pott: Rheinland, Münster- oder Sauerland gehören zum Beispiel nicht dazu. Die Städte des Ruhrgebiets (Dortmund, Essen, Bochum, Bottrop, Hamm, Gelsenkirchen und Duisburch u.a.) liegen zwar alle nur wenige Kilometer auseinander, doch nehmen die Ruhries das doch ziemlich genau: Essener, Dortmunder, Duisburger etc. bezeichnet man sich selbst, nicht als Potti.

Ruhr 2010: Hoffentlich hattata nich wieder gerechnet

Lang ist die Blütezeit des Bergbaus vorbei. Viele Zechen sind geschlossen, dafür locken hochrangige Unis wie die TU Dortmund oder die Ruhr-Universität in Bochum junge Menschen aus der ganzen Welt in den Pott, und die grauen Bergarbeitersiedlungen haben sich z.B. in Wanne-Eickel zu hübschen Eigenheimen gemausert.
Schön, wir Pottis sparen vielleicht eher auf ne Fußballdauerkarte als ein Jahresabo für die Oper, dass wir was Kunst und Kultur angeht jedoch mehr zu bieten haben als Gelsenkirchener Barock, davon kann man sich in diesem Jahr auf der Ruhr 2010 überzeugen.

Über 300 Veranstaltungen, Ausstellungen und ein buntes Programm in den Städten rund um die Kulturhauptstadt Essen und den Zollverein erwarten internationale Gäste, die sich endlich ihrer Klischees und Vorurteile entledigen können. Also vorbeikommen und ja nicht süchtig werden! Hier gibt’s das Programm.

Und hier noch ein bisschen RuhrgeBeat zur Einstimmung

Bildquelle: Pixabay/ bykst

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2 Kommentare

  1. Yohko

    9. September 2011 at 13:57

    Naja jedem das seine ich selber komme gebürtig aus Sachsen kenne also Klischees mehr als andere aber das Ruhrgebiet ist wahrlich nicht schön ich lebe jetzt in Bielefeld also in Ostwestfalen meiner Meinung nach ist das Münsterland der bereich in NRW den man sich ansehen sollte der schönste Teil von NRW sozusagen das Ruhrgebiet kann man guten Gewissens auslassen sorry aber nun mal meine Meinung.

    Gruß Yohko

  2. TiTo

    20. September 2012 at 12:53

    Na wir im Ruhrpott sind auch froh wenn die Sachsen uns nicht besuchen 😛

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