Home Geisteswissenschaften Literatur Gisa Klönne: „Nacht ohne Schatten“ – Zurecht preiswürdig

Gisa Klönne: „Nacht ohne Schatten“ – Zurecht preiswürdig

Gestern habe ich es euch ja bereits berichtet: Dieses Jahr ging der Friedrich-Glauser-Preis an die Autorin Gisa Klönne. Grund genug ihren prämierten Krimi „Nacht ohne Schatten“ einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. 😉

Bereits zum dritten Mal dürfen die Kommissare Judith Krieger und Manni Korzilius nun ermitteln und auch dieser Fall hat es natürlich mal wieder in sich: An einem ungewöhnlich warmen Tag im Januar wird die Leiche eines eigentlich eher unscheinbaren S-Bahn-Fahrers an einer fast menschenleeren Endstation in einem Gewerbegebiet gefunden. Kurz darauf geht eine nahegelegene Pizzeria in Flammen auf, in deren Keller eine fast tote Frau gefunden wird. Sie wurde als Zwangsprostituierte unter grausamen Bedingungen festgehalten.

Als es dann auch noch in einem alten Fabrikgebäude nahe dem S-Bahnhof, das Künstlerateliers beherbergt, brennt, stehen die Ermittler vor einem noch größeren Rätsel. Alles scheint keinen Zusammenhang zu ergeben… Verdächtig sind sowohl Künstler, als auch das Rotlichtmilieu…

Dass Gisa Klönne aus dem Journalismus kommt, merkt man sofort. Ja, dadurch hat sie zwei Eigenschaften, die vielen anderen Kollegen fehlen: einen direkten und sicheren Schreibstil und vor allem gute Recherchearbeit. Allein dadurch hebt sie sich über den Durchschnitt der normalen Krimis. Sie zeichnet ein Bild unserer Gesellschaft und das auf handfeste Fakten gestützt. Direkt, sensibel, an passenden Stellen sogar mit einer Spur Ironie, thematisiert die Autorin Gisa Klönne relevante Themen wie Gewalt gegen Frauen oder Zwangsprostitution, die in allen Gesellschaftsschichten vorkommen. So erhält das Buch auch politische Relevanz.

Bei all diesen ernsten Themen kommt aber auch die Spannung nicht zu kurz und man fiebert mit den Protagonisten mit, allen voran natürlich Judith Krieger, die von Buch zu Buch ihre Persönlichkeit mehr entfalten kann.

Ein sehr lesenswerter Krimi, der reale gesellschaftliche Probleme aufwirft. Eine angenehme und intelligente Alternative zu den üblichen klischeebeladenen Gewaltorgien.

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