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Nachhaltige Energieerzeugung: das Tidal Lagoon Projekt

Der Druck auf die Menschheit, alle Möglichkeiten zur Energieerzeugung mittels erneuerbarer Energien auszuschöpfen, ist angesichts des drohenden Klimawandels enorm. Neue Technologien werden ausgetüftelt, um auch jenseits von Sonne und Windkraft wirtschaftlich eine saubere Energieerzeugung zu ermöglichen. Gezeitenkraftwerke spielen bei diesen Überlegungen eine entscheidende Rolle.

Strom aus dem Meer

Die Gezeiten entstehen durch minimale Schwankungen der Schwerkraft in Bezug zu Mond und Sonne. Dabei wechseln sich am Ufer der Meere regelmäßig Ebbe und Flut ab. Die Idee, sich diese Kräfte zur Energieerzeugung nutzbar zu machen, gibt es schon länger. Das Prinzip ist relativ einfach. Dabei wird eine Turbine mit verstellbaren Rotorblättern genutzt. Sie erzeugt immer dann Strom, wenn Wasser über die Rotorblätter geführt wird. Die Richtung ist dabei egal. Mit beginnender Flut laufen die Turbinen an und bei einsetzender Ebbe bleiben sie solange in Betrieb, bis das Wasser abgeflossen ist. Zu diesem Zweck ist es sinnvoll, in das Meer hinein eine Lagune zu bauen. Diese soll dafür sorgen, dass die Turbinen mit ausreichend Wasser umspült werden können. Ein derartiges Projekt entsteht gerade vor der walisischen Küste.

Das Tidal Lagoon Projekt

Die Swansea Bay vor der walisischen Küste liegt im Südwesten Großbritanniens. Nach dem Willen des eigens gegründeten Unternehmens Tidal Lagoon soll hier ein gewaltiges Gezeitenkraftwerk mit einer Kapazität von etwa vierhunderttausend Megawattstunden jährlich entstehen. Das entspräche bei einer Auslastung rund um die Uhr einer Leistung von zirka 45 Megawatt. Dafür soll eine zehn Kilometer lange Mauer ins Meer hinein gebaut werden. Die Anlage ist für eine Lebensdauer von 120 Jahren konzipiert. Bereits ab dem Jahr 2017 soll hier Strom erzeugt werden. Ein riesiger Vorteil des Projektes liegt sicherlich in der rückstandsfreien Energieerzeugung (hier finden Sie weitere Informationen zu diesem Thema). Abgase entstehen bei dieser Form der Energieerzeugung ebenfalls nicht. Wie Flora und Fauna auf das Kraftwerk reagieren, wird die Zukunft zeigen. Aber die Erfahrungen aus den Offshore Windparks haben gezeigt, dass die Tier- und Pflanzenwelt gegenüber neuen Herausforderungen durchaus anpassungsfähig sein kann.

Gezeitenkraftwerke – ein Ausblick

Die Nutzung der immer vorhandenen Gezeiten zur Energieerzeugung steht erst am Anfang. Zwar liefern auch diese Kraftwerke nicht kontinuierlich Strom, allerdings lassen sich die Perioden anders als bei Sonne und Wind genau bestimmen. Studien haben ergeben, dass allein in Europa an über einhundert Standorten Gezeitenkraftwerke gebaut werden könnten.

Foto: Fotolia, 7464388, marc morvant

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