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Schwule Fußballer gibt es nicht?!

Homophobie im Sport ist ein Tabu-Thema. Dennoch wird Homosexualität im Fußball immer wieder in den Medien diskutiert. Die Gesellschaft ist im Wandel, der DFB muss nur noch mitziehen.

Der Sieg bringt es mit sich, dass Männer sich in die Arme fallen, sich vor Freude durch die Luft wirbeln und vielleicht sogar küssen. Diese ungewöhnlichen Gefühlsausbrüche der Männer werden beim Fußball geduldet und rein auf das Zelebrieren des eingefahrenen Sieges bezogen. Aber wehe da spricht mal jemand vom Schwulsein, dann ist das Geschreie auf allen Seiten groß.

Männerdomainen und Homosexualität

Der ehemalige Nationalspieler Paul Steiner sagte einmal: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Schwule Fußball spielen können“, was die Diskussion über die angebliche Schwulencombo der Nationalelf neu entfachte.

Auch der Manager von Michael Ballack, Michael Becker, machte homophobe Äußerungen und betitelte einen frisch nominierten des DFB-Teams als „halbschwul“. Die ehemalige Fußballerin und Delegierte der European Gay and Lesbian Sport Federation (EGLSF) Tanja Walther-Ahrens kämpft seit Jahren gegen die Diskriminierung Schwuler und Lesben im Fußball und Sport.

Sei ein Mann, spiel Fußball!

Die Geschichten von der vermeintlichen großen homosexuellen Verschwörung um die deutsche Mannschaft haben kein Ende und sind laut Walther-Ahrens auch nicht so schnell aus den Köpfen Deutscher zu kriegen. Im Gegenteil wird die Homophobie gerade beim Fußball schon von klein auf geschürt.

Wenn Väter ihren Söhnen beim Fußballtraining ans Herz legen, nicht wie ein Mädchen zu spielen oder Schiedsrichter als „schwule Sau“ beschimpft werden, festigt das das Bild einer schwulenfreien Fußballwelt. Der Spielstil der Deutschen, leicht, tänzerisch und schön, wird auf zwei völlig unterschiedliche Weisen interpretiert. Dennoch werden diese zwei Seiten niemals zusammengeführt, denn die Männerdomaine Fußball ist das größte Tabuspielfeld für Homosexualität.

Nichtexistenz und Coming out

Obwohl sich unsere Gesellschaft wandelt und wir scheinbar langsam gelernt haben, mit Homosexualität umzugehen, bleibt der Sport eine homofrei Zone. Es ist, als würde Homosexualität im Sport nicht existieren, als könne man die Klischees über Schwule mit den Vorurteilen gegenüber Fußballspielern einfach nicht unter einen Hut bekommen. Falsch!

Und tatsächlich hat es den Anschein, dass es keine homosexuellen Männer im Sport gibt. Denn nirgends ist es so schwer, sich als schwul oder lesbisch oder bi zu outen. Die Angst vor der Reaktion der anderen, um den Job und um Sponsorenverträge unterdrückt die Persönlichkeitsentfaltung und ein eventuelles Coming out der Spieler.

Mit gutem Beispiel voran gegen eine Wand

Der DFB-Präsident Theo Zwanziger hat den ersten Schritt gewagt im Kampf gegen Hass und Diskriminierung im Sport. Unter seinem Kommando unterstützt der Fußballbund einen Wagen beim Christopher-Street-Day und er veröffentlichte einen Flyer gegen Homophobie.

Doch obwohl sich Zwanziger im Mai 2010 mit Klaus Wowereit bei der Eröffnung der Ausstellung Gegen die Regeln – Lesben und Schwule im Sport zeigte, müssen noch lange nicht die sieben Millionen Mitglieder des Sportvereins mitgehen.

Vielleicht aber sind es wieder nur die ökonomischen Interessen, die der Homosexualität im Fußball eine Chance geben. So geschah es ja auch mit der Diskriminierung der Frauen und dem Rassismus im Sport. Sobald ausländische Spieler beispielsweise aus Afrika erfolgreich eingekauft wurden, waren die rassistischen Denkweisen aus dem Fußball verschwunden, als wäre nichts gewesen.

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4 Kommentare

  1. Thomas

    10. April 2011 at 00:26

    Hi wo ist der like Button? 😉

  2. Lotta

    4. Mai 2011 at 21:51

    Ich find es ist total sinnlos , das die Leute sich daüber aufregen wenn es ,,Schwule´´ im Fußball gibt!So ein Quatsch!

  3. miquel

    5. August 2011 at 19:08

    hahaa schwule im fußball spielen kenn ich viele und das die immernoch diskutieren sinnlos !!! NUR WEIL ES FU?BALL IST mein gott !! 😉

  4. Nia

    18. Oktober 2011 at 11:01

    Gefällt mir sehr gut! Ich habe über dieses Thema meine Bachelor-Arbeit geschrieben und war bei meinen Recherchen schon ziemlich überrascht, wie stark die Homophobie doch im Fußball ausgeprägt ist. Ich meine, es ist doch egal ob schwul oder nicht: Leistung ist, was zählt!!!

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