„Das Zeichen des Ketzers“ von Sabine Wassermann – Zwei ungleiche Brüder und Reformator Jan Hus

Ich habe mich immer sehr für die Reformatoren interessiert. Nicht aus religiösen Gründen, sondern weil ich die Art ihrer Revolution sehr interessant finde. Einer der bekanntesten unter ihnen war wohl Jan Hus, der bereits 100 Jahre vor Martin Luther die katholische Kirche anprangerte und hinterfragte.

In diese Zeit entführt uns die Autorin Sabine Wassermann mit ihrem Buch „Das Zeichen des Ketzers„, genauer gesagt zum tragischen Ende von Johannes (Jan) Hus. Konstanz 1415, die Stadt am Bodensee ist voll von Menschen. Sie alle sind zum Konzil von Konstanz angereist um bei dem Urteil gegen Jan Hus dabei zu sein. Unter ihnen auch der Abt Rogatus mit dem ihm untergebenen Mönch Alban. Zu ihrem Schutz haben sie Albans Bruder Martin, einen Söldner, engagiert.

Die beiden Brüder stehen sich nicht gerade nahe und könnten unterschiedlicher nicht sein. Während der fromme Alban heimlich den Lehren von Jan Hus angehört, verabscheut Martin, der nicht gerade ein Kostverächter ist, diese Ansichten. 

Und so trennen sich die Wege der beiden auch gleich nach der Ankunft in Konstanz. Alban hofft auf Hus zu treffen und natürlich auf seine Freilassung. Martin klappert gleich mal die Bordelle und Schenken der Stadt ab. Erst später treffen sie wieder aufeinander. Als Martin Alban mit Gewalt verteidigt, spitzt sich die Lage der beiden auf einmal zu und die ungleichen Brüder müssen ebenfalls um ihr Leben bangen…

Sabine Wassermann sorgt mit einem einfache Trick dafür, dass es nicht langweilig wird: Sie erzählt die Geschichte aus den zwei unterschiedlichen Perspektiven der Brüder. Und da diese genau entgegengesetzt sind, erhält man immer wieder unterschiedliche Blickwinkel. Zudem sind die Fakten noch extrem gut recherchiert und so ist es auch kein Wunder, dass hier und da miitelalterliche Persönlichkeiten auftauchen, die sich zu diesem Zeitpunkt wirklich in Konstanz befunden haben, wie z.B. der Minnesänger Oswald von Wolkenstein.

Ganz nebenbei erfährt man noch viele interessanten Einzelheiten um das Konzil von Konstanz und natürlich Jan Hus.

„Das Zeichen des Ketzers“ ist ein extrem unterhaltsamer historischer Roman, der sich flüssig liest und einen für ein paar Stunden in die Welt des Mittelalters abtauchen lässt. 

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2 Kommentare

  1. Frank

    10. Februar 2009 at 16:27

    Liebe Nina,

    deine Empfehlung paßte diesemal perfekt ! Ich habe dieses Buch mit Begeisterung gelesen.
    Besonders gefielen mir die Charaktere und deren dichte und intensive Beschreibung. Ich sah die beiden Brüder direkt vor meinem geistigen Auge.
    Eine wirklich gelungene Einbindung einer fiktiven Geschichte in eine interessante Zeit in Konstanz

  2. Nina

    11. Februar 2009 at 11:01

    Hallo Frank,

    danke! Schön, dass es dir gefallen hat!

    LG, Nina

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