Home Geisteswissenschaften Literatur „Die Botschaft der Novizin“ von Peter Dempf – Mal wieder ein historischer Roman, den es nicht braucht

„Die Botschaft der Novizin“ von Peter Dempf – Mal wieder ein historischer Roman, den es nicht braucht

Geht es euch nicht auch so wie mir? Man hat Romane aus dem Mittelalter mit ach so starken und emanzipierten Frauen irgendwie satt. Ist ja schön zu erwähnen, dass es die auch gab, doch meist kollidiert die entsprechende Zeit doch jäh mit unserer Vorstellung einer modernen Frau. Aber wir werden immer mehr damit überflutet: Und es ist immer dasselbe…

Wenn ich schon Titel lese, wie „Die Tochter des Würfelspielers“, „Die Spur der Hebamme“, „Die Hüterin“ oder „Die Kalligraphin“ werde ich mittlerweile wütend oder muss angesichts dieser Einfallslosigkeit lachen. Nichts dagegen, wenn jemandem das gefällt, aber wenn man es dann häufig liest, wird es irgendwann langweilig.

Nur selten konnten mich ein paar Bücher diesen Schlages positiv überraschen (z.B. „Die Henkerstochter“ oder „Die letzte Hexe„). Und auch das Buch, das ich euch heute vorstellen möchte, fiel leider in diese Kategorie. „Die Botschaft der Novizin“ von Peter Dempf handelt… Na, von was? Richtig, von einer starken und klugen Frau, die unter den Verhältnissen der Zeit leidet und dann einem großen Geheimnis auf die Spur kommt… Schon wieder!!!

Gut, mit Peter Dempf habe ich generell meine Probleme, denn, wenn er versucht sich in das Denken einer Frau hereinzufinden, klappt es nie (Bücher mit Männern als Protagonisten gelingen ihm aber dafür ganz gut…). Ich sage nur „Das Amulett der Fuggerin„… Er ergeht sich immer lieber in sexuellen Männerfantasien, was dann meist total mit den dargestellten ach so emanzipierten Charakteren zusammenstößt. Und auch hier ist das der Fall:

Isabella ist jung und verliebt, doch man überredet sie als Schülerin in das Kloster San Lorenza bei Venedig zu gehen um ihrer Tante beizustehen. Doch als sie dort aufgenommen ist, stellt sie fest, dass die Tante tot ist und ihr Vater auch nicht daran denkt sie zurückzuholen. Abgeschoben und allein versucht Isabella nun den Tod der Tante aufzudecken.

Immer mehr stößt sie dabei auf merkwürdige Umstände und sie dringt tiefer in das Geheimnis des Klosters ein. Doch nicht allen Schwestern ist die Suche recht und auch Padre Antonio, ein Nuntius des Papstes, ist hinter des Rätsels Lösung her. Es wird immer gefährlicher für Isabella, denn schon einige Schwestern vor ihr mussten ihr Wissen mit dem Leben bezahlen…

Für mich fällt „Die Botschaft der Novizin“ ganz klar in die Kategorie Einfallslos. Peter Dempf hat sich mal wieder einen Klischee-Frauencharakter genommen und ihn in eine Geschichte gesetzt, die komplett aus „Der Name der Rose“ und „Der Da Vinci Code“ zusammengeklaut scheint und hier und da vor Kitsch nur so trieft.

Und zwischendrin geben sich die ach so verdorbenen Nonnen und Priester zügellosen Liebesspielen hin. Klar, dass im Mittelalter sich wohl nicht alle Diener Gottes ans Zölibat hielten und auch heute noch halten, aber die Beschreibungen vom Autor Dempf ähneln eher einem schlechten Soft Porno oder feuchten Männerträumen, als dass sie irgendetwas mit der Realität zu tun haben.

So, jetzt hör ich auf mit Motzen 😉 und kann nur noch sagen, dass man dieses Buch wirklich nicht lesen braucht und jedes Geld dafür zu schade ist. Ach ja, ratet mal wie Dempfs neuestes Werk heißt. „Die Sterndeuterin“… 😀

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