Glenn Chandler: „Die Todeskarte“ – Solider Krimi von den britischen Inseln

Wer in den letzten Jahren auch nach und nach dem „Wiederaufleben“ des britischen Krimis verfallen ist, wird an Glenn Chandlers zweitem Roman um Detective Inspector Steve Madden mit dem Titel „Die Todeskarte“ mit Sicherheit seine Freude haben.

2003 erschien der erste Teil „Savage Tide“ in Großbritannien und ein Jahr später folgte der gleich der Zweite mit dem Originaltitel „Dead Sight“. Endlich ist dieser nun auch in Deutschland unter dem Titel „Die Todeskarte“ erschienen.

DI Madden ermittelt im kleinen Küstenstädtchen Brighton in Südengland. Er ist gerade dabei sich vom Tod seines Sohnes Jason (im ersten Teil) und der Trennung von seiner Frau zu erholen, als ihn Lavinia Roberts anruft, in die er zur Schulzeiten total verschossen war. Diese ist mittlerweile Hellseherin geworden und dadurch für Madden inzwischen alles andere als anziehend. Sie behauptet, dass ein gestriger Kunde von ihr von einer bösen Aura umgeben war und zum Serienmörder werden würde. Zudem berichtet sie von einem toten Kind. Als sie dann noch erzählt Nachrichten von Meddens totem Sohn zu empfangen, glaubt er kein Wort mehr. Er geht und gibt nicht viel auf den Hokuspokus.

Doch kurze Zeit später wird Lavinia ermordet aufgefunden und zudem noch ein totes Kind entdeckt, dem das Herz herausgerissen wurde. Hatte Lavinia vielleicht doch recht? Alles deutet auf einen verrückten Killer hin…

Wer sich jetzt bei der Handlung denkt: „Alles schon tausendmal gehört!“, hat wahrscheinlich recht, aber wie Autor Glenn Chandler die Geschichte langsam und präzise aufbaut, hat dann schon wieder etwas besonderes. Dabei ist es kein Mystery-Thriller, oder sonst irgendwie übernatürlich. Es ist ein Krimi in der alten britischen Tradition: Gut strukturiert, glaubhaft vermittelt, vielschichtig und natürlich mit einer Prise schwarzem Humor versehen.

Die Handlung braucht lange um sich aufzubauen und die Ermittlungen sind schleppend, und doch ist man vom Plot gefangen, so dass keine Langeweile aufkommt.

Gleichzietig schildert Chandler Madden auch immer wieder sehr menschlich. Er ist zwar von seinem Verlust gebeutelt, doch ergeht er sich deshalb nicht am Weltschmerz. Man lernt Madden näher kennen ohne die eigentliche Geschichte aus den Augen zu verlieren.

„Die Todeskarte“ ist ideal für kuschelige Winterabende, an denen man einfach mal kurzweilig, aber gut unterhalten werden möchte.

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One Comment

  1. Alexandra

    28. Oktober 2008 at 15:39

    Ich liebe Krimis! Werde es mir bei amazon direkt mal auf meine Wunschliste setzen, denn es wird nun so langsam richtig kalt und was gibt es da besseres als ein gutes Buch auf dem Sofa mit einer leckren Tasse Tee:-)

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