Home Geisteswissenschaften Literatur Die Beat Generation – Zwischen Vision und Wahnsinn (Teil 2 – William S. Burroughs)

Die Beat Generation – Zwischen Vision und Wahnsinn (Teil 2 – William S. Burroughs)

Wohl keinem anderen Autor ist es gelungen Wahnsinn, Außenseitertum und Rausch in ein solch bildliches Wortgewand zu kleiden wie William S. Burroughs.

Burroughs, 1914 in St. Louis, Missouri, geboren, fällt schon zu Schulzeiten durch sein „auffälliges Verhalten“ auf. Er wird beim Konsumieren von rauscherzeugenden Medikamenten erwischt, stifftet auch Mitschüler dazu an, weigert sich an bestimmten Unterrichtsmaßnahmen teilzunehmen oder spielt den Lehrern diverse Streiche.

Nichtsdestotrotz macht er 1936 seinen Abschluss in Englischer Literatur an derUniversität Harvard. Nachdem er eine Weile durch Europa gereist ist und sogar anfängt in Wien Medizin zu studieren, hält er sich dann, nach seiner Rückkehr in die USA, mit diversen Gelegenheitsjobs über Wasser, angefangen von Kammerjäger und Barmixer über Journalist bis hin zu Privatdetektiv.

Während seines anschließenden Studiums an der Columbia University in New York, trifft er auf Allen Ginsberg und Jack Kerouac. Schnell entdecken diese Drei eigentlich unterschiedliche Charaktere einige Gemeinsamkeiten: Literatur, Drogen, Depression, aber auch Rausch, Lebensfreude und Jazz.

Nach und nach avancieren die Drei zum Mittelpunkt einer kleinen literarischen Gruppe, die sich selbst die Beat Generation nennen. Sie wollen das Leben in ihrer Ganzheit erfassen und machen auch keinen Halt vor Tabuthemen. Sie schreiben offen über ihre Drogen- und Sexerfahrungen und auch ihre homosexuellen Neigungen und Experimente, damals absolut totgeschwiegen und skandalös, beschreiben sie offen und detailiert. Sie decken die Verlogenheiten des spießigen Bürgertums auf, indem sie den Menschen schonungslos hinstellen wie er ist.

William S. Burroughs ist der direkteste von ihnen. Keiner kann den Wahnsinn unserer Gesellschaft so plastisch in Worte kleiden wie er. In seinem wohl berühmtesten Werk „Naked Lunch“ springt er in einem einzigen wirren Wortgeflecht (Cut-Up-Methode) hin und her und macht so die diffusen Gedanken von Rausch, Ekstase und Wahnsinn bildlich.

Man könnte über Burroghs und seinen Stil noch so viel erzählen und schreiben. Aber am besten ist es, man lässt sich selbst auf seine Werke ein und ergibt sich der orgiastisch anmutenden Direktheit.

…Fortsetzung folgt: Teil 3 – Allen Ginsberg…

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