Kate Pennington: „Charley Feather“ – Federleicht und doch schwer spannend

Das Gaunerleben im 18. Jahrhundert war alles andere als lustig. Es ist eine raue Welt, in die uns die Autorin Kate Pennington da entführt und doch bietet das Buch „Charley Feather“ gerade für Kinder einen interessanten Ansatz: durch einen kleinen Trick werden sich hier Jungen und Mädchen wiederfinden.

Kate Pennington heißt eigentlich Jenny Oldfield und ist mit in meinen Augen ziemlich schlechten Pferde-Geschichten bekannt geworden. Unter dem Pseudonym Kate Pennington veröffentlicht sie jedoch historische Abenteuerromane für Kinder, die ihre normalen Kleinmädchen-Geschichten bei Weitem übertreffen und extrem spannend sind.

So wie auch Jenny Oldfield muss sich Charley Feather hinter einem anderem Namen verstecken. Charley ist ein kleiner Straßendieb im London des Jahres 1739. Den Beinamen Feather hat er von der großen Feder an seinem Hut, aber auch weil seine Hände beim Klauen flink und leicht wie eine Feder sind. Charley ist etwas zu klein für einen Jungen, was er aber durch Schlauheit und Geschick wieder wett machen kann.

Und wiedermal muss er mit ansehen, wie ein Dieb Londons am Galgen baumelt. Er meint, dass ihm das Ansehen von diesen schlimmen Hinrichtungen hilft, seine Sinne zu schärfen und ihm zu einer schnelleren Flucht verhilft. Danach geht er wie immer in das Wirtshaus von Mary Brazier und Patrick O’Neill, die für ihn Ersatzeltern und Freunde zugleich sind.

O’Neill ist Mitglied einer der gefürchtetsten Diebesbanden Londons und der brutale Thomas Wild ist sein Anführer. Charley wurde durch Patrick auch notgedrungen Mitglied. An diesem Morgen nach der Hinrichtung wird Charley Zeuge eines Mordes. Mit der Hilfe von Mary kann er gerade noch fliehen, bevor die Wachen eintreffen. Für alle anderen, inklusive Mary, ist es zu spät. Sie werden alle gefangen genommen. Außer dem Franzosen Claude Delamere, genannt Frenchy, der nun Wilds Nachfolger werden möchte.

Doch zunächst müssen sie erst einmal in den Gassen Londons untertauchen. Charley entdeckt, dass Frenchy einen gefährlichen Brief bei sich führt, der eine Verschwörung bis in die höchsten Regierungskreise beweist. Alle, die jemals mit Wild gemeinsame Sache gemacht haben, sind in äußerster Gefahr. Charley ist auf der Flucht.

Doch er hat noch ein Ass im Ärmel: der taffe Charley heißt eigentlich Charlotte und ist ein Mädchen. Vor Jahren beschloss sie, dass man als Junge auf den Straßen Londons leichter überlebt. Doch nun muss sie, um unentdeckt zu bleiben, wieder zu Charlotte werden. Sie möchte ein ehrlicheres und neues Leben beginnen, doch genau dies wird ihr zum Verhängnis…

„Charley Feather“ ist ein spannendes und absolut interessantes Buch. Charley erzählt in der Ich-Perspektive, weshalb man tief in ihre Gedanken blicken und die Welt durch ihre Augen sehen, was leider an manchen Stellen andere Charaktere etwas farblos erscheinen lässt.

Das raue Pflaster Londons ist gut beschrieben und man merkt, dass diese Zeit besonders für Kinder nicht gerade einfach war. Doch leider taucht man nicht, wie im Klappentext versprochen,  ganz in diese Zeit ein, was aber die enorme Spannung und das Tempo der Geschichte wieder ausgleichen.

Alles in allem ist „Charley Feather“ ein tolles historisches Abenteuerbuch für Jungen und Mädchen gleichermaßen ab zehn Jahre. Sie sollten nur nicht allzu zartbesaitet sein, denn manchmal geht es ganz schön brutal zu.

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One Comment

  1. Alina

    18. Dezember 2009 at 13:47

    dieses buch ist super

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